Double-Feature

Ein Wochenende zwischen Tanz, Performance und Live-Art
mit Xavier Le Roy (Berlin), La Ribot (London/Madrid), Myriam Gourfink/Jérôme Bel (Paris)

La Ribot "Mas Distinguidas"
26.11. - 28.11. 99
20.00 Uhr
Jérôme Bel tanzt Myriam Gourfink "Glossolalie"
26.11. 99
21.30 Uhr
Le Roy "Self-Unfinished"
27.11. + 28.11. 99
21.30 Uhr


Podewil, Klosterstrasse 68-70, 10179 Berlin-Mitte
Eintritt: Einzelkarte 18 DM / Abendkarte 25 DM




La Ribot London / Madrid
Mas Distinguidas Deutschlandpremiere

Idee und Darstellung: La Ribot
Musik: Carles Santos, Rubén Gonzalez, Eric Satie, Javier Lopez de Guerena
Licht: Daniel Demont


Die in London lebende Spanierin La Ribot wurde in Madrid, Cannes, Köln und New York in klassischem, modernem und zeitgenössischem Tanz ausgebildet. Seit 1993 verfolgt sie immer wieder ihr Projekt der "Piezas Distinguidas".
"Mas Distinguidas" (Noch mehr bemerkenswerte Stücke) sind kurze Soli, die zwischen 30 Sekunden und 7 Minuten dauern. Grundidee ist die visuelle Umsetzung des Gedankens, "den Körper zur Bewegung anzustiften". Der Körper wird zu einer Art Leinwand für Ideen, Bewegungen, Kostüme, Objekte, Geräusche und Obsessionen.
Die einzelnen Stücke sind als Kunstwerke käuflich. Die Namen der Eigentümer, der "distinguished proprietors", erscheinen bei jeder Vorstellung im Programm, und die Käufer haben weltweit zu den Aufführungen freien Eintritt. Einige Stücke sind noch zu haben (Preise auf Anfrage).

"La Ribot ist in Topform und liefert uns ein Fest der Phantasie und Intelligenz; in jedem dieser Häppchen schmeckt ihr Talent durch."
(ABC, Madrid)

"Ich werde nie wieder einen nackten Körper so anschauen wie früher." (The Independent, London)


26.11. - 28.11. 99
20.00 Uhr - Podewil - Karten: 247 49 777




Myriam Gourfink Paris
Glossolalie - pour Jérôme Bel Uraufführung

Choreographie: Myriam Gourfink
Interpretation: Jérôme Bel
Musik: Kasper T. Toeplitz
 

In der Regel bestimmt die Choreographin den Charakter eines Werkes, trifft alle Entscheidungen, sucht sich die Tänzer aus. Bei diesem Solo war genau das Gegenteil der Fall. Jérôme Bel hat sich selbst als Interpret und Produzent vorgeschlagen.
"Die Suche nach dem Bewegungsmaterial für diese Glossolalie (lt. Duden Zungenreden, urchristliches verzücktes Reden in fremden oder unirdischen Lauten) war kurz - drei Tage. Es ging mir dabei nicht um die Erfindung magischer Bewegungen, sondern mehr um die Ausarbeitung einer sehr persönlichen Körpersprache, nämlich der von Jérôme Bel." Myriam Gourfink
Jérôme Bel studierte am Centre National de Danse Contemporaine in Angers und arbeitete für verschiedene Choreographen, u. a. Carlotta Sagna, Daniel Larrieu, Philippe Découflé und Bouvier/Obadia. Seit 1994 choreographiert er eigene Stücke. Im August war Jérôme Bel beim Internationalen Tanzfest Berlin mit "The Last Performance" zu sehen. Im nächsten Jahr wird er mit dem Ensemble der Schaubühne Berlin eine Inszenierung erarbeiten.
Myriam Gourfink studierte Tanz und Musik am Nationalen Konservatorium in Angers. Sie war Tänzerin bei Odile Duboc und Sylvain Prunenec, bevor sie anfing, eigene Arbeiten zu entwerfen. Ihre choreographische Forschung bezieht die Atem- und Meditations-Techniken des Yoga ein.

26.11. 99 21.30 Uhr -
Podewil - Karten: 247 49 777




Xavier le Roy Berlin
Self-Unfinished Wiederaufnahme

von und mit: Xavier Le Roy
Musik: Diana Ross
 

"Self-Unfinished" stellt den traditionellen Organisationsprozeß eines choreographischen Werkes in Frage. Das Stück verzichtet weitgehend auf Beleuchtung, Kostüm und Bühnenbild, Kompositionen und weitere Tänzer. Mit seinen Bildern thematisiert Le Roy das Unwirkliche der Wirklichkeit und weitet die Kunst der Bewegung in neue Dimensionen.
Die Arbeit verändert den gewohnten Blick des Zuschauers auf den menschlichen Körper in Bewegung. Der Körper wird nicht als Summe von Zuständen, sondern als Serie von Prozessen betrachtet. Der Tänzer bringt seinen Körper in Situationen, in denen er aufhört, das zu sein, was er gewesen ist, und beginnt, das zu sein, was er nicht war. Formen und Deformationen, oder Formen und Nicht-Formen, ermöglichen die aktive Wahrnehmung des Publikums.
Das Stück lädt ein zu einem Abenteuer mit entkoppelten, aus dem Sinnzusammenhang der Anatomie herausgelösten Gliedern.  

Produktion: in situ production und Le Kwatt, in Koproduktion mit Substanz-Cottbus, TIF Staatsschauspiel Dresden, Fonds Darstellende Künste e.V. aus den Mitteln des Bundesministeriums des Inneren. Mit der Unterstützung von Podewil und TanzWerkstatt Berlin und der Senatsverwaltung für Wissenscahft, Forschung und Kultur, Berlin.


27.11. + 28.11. 99 21.30 Uhr -
Podewil - Karten: 247 49 777