Vincent Dunoyer (F) Ruby Edelman (NL)
(Doppelprogramm)
Programm
Vincent Dunoyer (F) Vanity + Etude #31


Der französische Choreograph und ehemalige Rosas-Tänzer Vincent Dunoyer stellt zum Auftakt zwei Arbeiten vor. Für beide Projekte dienen dem Künstler Klangsamples als Material, um die Idee der gleichzeitigen An- und Abwesenheit auf der Bühne tänzerisch auszuarbeiten. Angeregt von den Vanitas-Gemälden des 17. und 18. Jahrhunderts und inspiriert von der zeitgenössischen bildenden Kunst stellt Dunoyer in Vanity den Körper, den Tanz in den Mittelpunkt und forscht nach den Prinzipien des Solotanzes selbst, indem er seinen Auftritt mit einer Kamera filmt. Schließlich verschwindet er von der Bildfläche, um eine Wiederholung der vorher gefilmten Sequenzen zu präsentieren. So choreographiert Dunoyer nicht nur die Bewegung selbst, sondern auch den Blick auf seinen Körper. Musikalisch begleitet wird die Produktion vom Percussionisten Michael Weilacher und den elektronischen Klängen der Revox-Maschine von Alexandre Fostier. Die Dia-Installation Etude #31, ein Tanzsolo ohne Tänzer, zeigt auf neun Bildschirmen anatomische Posen Dunoyers. Die Schwarz-Weiß-Bilder, aufgenommen von der Portraitfotografin Mirjam Devriendt, bewegen sich zum Rhythmus der mathematisch ausgeklügelten Komposition Studies for Player Piano des Mexikaners Conlon Nancarrow in halsbrecherischer Geschwindigkeit.

"Vanity überzeugt durch konzeptionelle Intelligenz und tänzerische Brillanz." (FAZ)
Vanity
Choreographie und Tanz: Vincent Dunoyer
Musik: Michael Weilacher, Alexandre Fostier
Video, Bühnenbild, Kostüme: Vincent Dunoyer
Licht: Vincent Dunoyer, Micky Lauth, Geni Diez
Produktion: Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt am Main

Etude # 31
Konzept / Idee: Vincent Dunoyer
Photographie: Mirjam Devriendt
Technik: Alex Fostier
Musikalische Beratung: Jean-Luc Plouvier
Programmierung: Richard Bleasdale
Produktion: Walpurgis in Zusammenarbeit mit Oonagh Duckworth Coproduktion: Springdance, Utrecht
Ruby Edelman (NL) Line 300 (Deutsche Erstaufführung)


Der Schauspieler und Choreograph Ruby Edelman ist bekannt für die Sensibilität, mit der er die informellen Zwischenräume der Bewegungen mit Gestik ausfüllt. Er positioniert drei Menschen in einem geschlossenen Raum. Die Umgebung erinnert an ein Gefängnis, die Tänzer versuchen der Enge durch aggressive Bewegungsabläufe zu entkommen. Zwischendurch spielen sich im Umgang mit einem Marmeladenglas voller Küchenschaben Szenen innigster Zärtlichkeit ab. "Es ist so ein perfekter Tag, Du hast mich meine Zelle vergessen lassen" - der Gesang des Trios ist zugleich Höhepunkt und Vorausschau auf das tödliche Ende. Ruby Edelman richtet den Fokus auf das Individuum, das in einer Welt sozialer Mißstände auf der Flucht ist. Angefüllt mit Ironie und Schönheit nimmt Line 300 den Zuschauer mit auf diesen Weg.

"Edelmans dance piece Line 300 was surprising, compelling and dynamic." (Rotterdamse Dagblad)
Konzept / Choreographie: Ruby Edelman
Tanz: Sergui Lozovoi, Reinier Schimel, Ruby Edelman
Beratung: Pieter C. Scholten
Ton: Peter Duimelinks
Licht: Eduard Jenner
Photographie: Maarten Evenhuis
Produktion: Korzo Produkties / Motion-E im Auftrag von: Prinds Bernard Fonds
Podewil 24. - 26. März, 20.30 Uhr (Doppelprogramm)
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