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Es geht um die erste Berührung. Aus den verkapselten Individualitäten früherer Choreografien werden in Gehmachers "mountains are mountains" Körper, die sich zu öffnen beginnen, die kommunizieren und sich zur Gruppe formieren. Jedes Innehalten, jeder noch so kleine Schritt wirkt sich auf die anderen aus. Philipp Gehmacher, der bereits im letzten Jahr bei KÖRPERSTIMMEN zu Gast war, wurde 2002 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift ballettanz zum "bemerkenswertesten Nachwuchschoreografen" gewählt.
"Es ist für mich eine Herausforderung und auch ein großer Wunsch neue Ausdrucksweisen zu kreieren; neue Ausdrucksweisen, die nicht aus einem Monolog, sondern im Dialog und durch Metalog vermitteln. Man erzählt nicht nur durch sich selbst (persönliche Bewegungssprache), Raum, Zeit, Licht und Ton, sondern durch Aktionen, Taten die man miteinander, zueinander und gegeneinander ausführt. Es ist eine ganz andere Arbeit, eine Arbeit die sich mit dem anderen, dem Gegenüber auseinandersetzt. Was bin ich durch mein Gegenüber? Wie gehe ich damit um, daß ich nicht unabhängig bin, die Taten anderer Menschen mich beeinflussen. Letztendlich haben sie nicht nur einen Einfluß, sondern ko-kreieren meine Existenz bzw. die Wahrnehmung meiner Existenz von außen. Somit muß ich die anderen registrieren, sehen lernen und damit umgehen. Die Frage stellt sich: Vielleicht bin ich gar nicht so frei? Vielleicht bin ich abhängig. Diese Themen: Individuum und Umwelt, Abhängigkeit und/oder Freiheit sind die Ausgangspunkte dieser neuen Produktion. Es ist aber kein trauriges, sondern ein positives Thema. Eine Abhängigkeit, die einem im Leben weiterhilft und mit dem Gegenüber verbinden läßt." (Philipp Gehmacher) |
Deutschlandpremiere
Eintritt: 13/10 Euro
Konzept, Choreografie: Philipp Gehmacher
Choreografie, Tanz: Brynjar Bandlien, Helga Guszner, Sioned Huws, Michikazu Matsune, Philipp Gehmacher,
Komposition: Pedro Gomez-Egana
Licht: Philipp Gehmacher, Jonathan Clark
Eine Produktion von Philipp Gehmacher/Mumbling Fish. Koproduziert von Tanzquartier Wien und Podewil/ TanzWerkstatt Berlin. Mit Unterstützung von Springdance/ works, Kunstencentrum Vooruit, Dans in Kortrijk, London Arts, Erste Bank, British Council, Berlin und Laban Centre London. |
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Philipp Gehmacher lebt und arbeitet in Wien und London. Er studierte zunächst an der London Contemporary Dance School und danach Choreografie, Ästhetik und Soziologie des Tanzes am Laban Centre London. Bereits für sein erstes Solo erhielt er 1997 den New Choreographers Award von London Arts. Seither hat er mit weiteren Soli und Gruppenarbeiten internationale Anerkennung gewonnen und zahlreiche Preise erhalten, darunter den renommierten Jerwood Choreography Award. Neben zahlreichen Gastspielen und Tourneen nutzt er verschiedene Residenzphasen, für seine choreografische und konzeptionelle Arbeit.
"Philipp Gehmachers [Arbeiten] kommen mit großer formaler Wucht und konzeptueller Dringlichkeit daher. Von dynamischer Prägnanz und Entschlossenheit wie im frühen Ausdruckstanz, aber vollkommen jenseits des Anekdotischen, sind Gehmachers Arbeiten ein ständiges Straucheln zwischen Schock und Hysterie, Aktionismus und Starre. Darin gibt der Österreicher sicher ein triftigeres Bild der Gesellschaft als alle verkrampften Bemühungen um Spaß unter Niveau. Gehmacher bricht damit eine Lanze für den Tanz." (FAZ, 30.04.02) |
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Fotos: Chris Van der Burght
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